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Installation

Installation einer Wärmepumpe 2026: Ablauf, Dauer und Voraussetzungen

11 Min.

Die Installation einer Wärmepumpe ist ein komplexer Prozess, der sorgfältige Planung und fachmännische Ausführung erfordert. In diesem umfassenden Guide erfahren Sie alles über den Ablauf, die Dauer und die technischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wärmepumpe Installation 2026.

Voraussetzungen für die Wärmepumpen-Installation

Gebäudebezogene Voraussetzungen

Bevor eine Wärmepumpe installiert werden kann, müssen bestimmte gebäudebezogene Voraussetzungen geprüft werden. Anders als oft angenommen, ist eine Wärmepumpe nicht nur für Neubauten geeignet, sondern auch für viele Bestandsgebäude.

Dämmstandard: Während ein guter Dämmstandard die Effizienz erhöht, ist er nicht zwingend erforderlich. Moderne Wärmepumpen können auch in weniger gut gedämmten Altbauten effizient arbeiten. Wichtig ist die richtige Dimensionierung und gegebenenfalls die Anpassung der Heizkörper.

Platzbedarf: Für die Außeneinheit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigen Sie etwa 1-2 m² Stellfläche. Diese sollte ausreichend belüftet sein und Mindestabstände zu Grundstücksgrenzen und Fenstern einhalten. Die Inneneinheit benötigt einen frostfreien Raum mit etwa 2-3 m² Fläche.

Elektrische Voraussetzungen

Wärmepumpen benötigen einen Starkstromanschluss (400V). In den meisten Gebäuden ist dieser bereits vorhanden. Der Hausanschluss muss ausreichend dimensioniert sein – üblich sind 15-20 kW Anschlussleistung für ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe.

Ein separater Stromzähler für die Wärmepumpe ist empfehlenswert, da Sie dann günstigere Wärmepumpen-Stromtarife nutzen können. Die Installation eines zweiten Zählers übernimmt Ihr Netzbetreiber und kostet einmalig etwa 500-1.000 Euro.

Genehmigungen und rechtliche Aspekte

Für Luft-Wasser-Wärmepumpen ist in den meisten Bundesländern keine Baugenehmigung erforderlich. Allerdings müssen die Lärmschutzbestimmungen eingehalten werden. Achten Sie auf ausreichende Abstände zur Grundstücksgrenze (meist 3 Meter) und zu Nachbarfenstern.

Bei Erdwärmepumpen mit Tiefenbohrung ist eine wasserrechtliche Genehmigung der unteren Wasserbehörde erforderlich. Die Beantragung übernimmt üblicherweise Ihr Fachbetrieb. Die Bearbeitungszeit beträgt 4-8 Wochen.

Der Installations-Ablauf Schritt für Schritt

Phase 1: Planung und Vorbereitung (4-6 Wochen)

Erstberatung und Bestandsaufnahme: Ein Fachberater besichtigt Ihr Gebäude und nimmt alle relevanten Daten auf: Wohnfläche, Dämmzustand, vorhandenes Heizsystem, Heizkörper-Typ, elektrische Installation und Platzverhältnisse.

Heizlastberechnung: Auf Basis der Gebäudedaten wird der genaue Wärmebedarf berechnet. Diese Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist essentiell für die korrekte Dimensionierung der Wärmepumpe. Eine zu große Wärmepumpe arbeitet ineffizient, eine zu kleine erreicht nicht die gewünschten Raumtemperaturen.

Anlagenplanung: Der Fachbetrieb plant das komplette System: Auswahl der Wärmepumpe, Dimensionierung von Pufferspeicher und Warmwasserspeicher, hydraulisches Schema, Platzierung der Außen- und Inneneinheit.

Angebotserstellung: Sie erhalten ein detailliertes Angebot mit allen Positionen und einer Wirtschaftlichkeitsberechnung inklusive Förderung.

Phase 2: Förderantrag (4-8 Wochen Bearbeitungszeit)

Vor Vertragsabschluss wird der Förderantrag beim BAFA gestellt. Diese Reihenfolge ist zwingend einzuhalten! Mit allen erforderlichen Unterlagen beträgt die Bearbeitungszeit beim BAFA derzeit 4-8 Wochen.

Nach Erhalt des Bewilligungsbescheids kann der Liefer- und Leistungsvertrag unterschrieben werden. Nun beginnt die Bestellphase bei den Herstellern.

Phase 3: Vorbereitung der Baustelle (1-2 Wochen)

Vor der eigentlichen Installation sind einige vorbereitende Arbeiten nötig:

  • Vorbereitung der Aufstellfläche für die Außeneinheit (Fundament aus Beton oder Gehwegplatten)
  • Bei Erdwärmepumpen: Durchführung der Bohrarbeiten oder Verlegung der Erdkollektoren
  • Elektrische Vorarbeiten: Verlegung der Starkstromleitung
  • Ggf. Anpassungen im Heizungsraum (Platz für Pufferspeicher schaffen)
  • Bei Bedarf: Demontage der alten Heizung

Phase 4: Installation der Wärmepumpe (2-5 Tage)

Tag 1-2: Aufstellung und Anschluss

  • Aufstellung der Außeneinheit auf dem vorbereiteten Fundament
  • Installation der Inneneinheit (Hydraulikmodul) im Heizungsraum
  • Installation von Puffer- und Warmwasserspeicher
  • Verlegung der Kältemittelleitungen zwischen Außen- und Inneneinheit
  • Anschluss an das bestehende Heizungssystem

Tag 3: Elektrische Installation und hydraulischer Abgleich

  • Elektrischer Anschluss der Wärmepumpe
  • Installation der Steuerung und Regelung
  • Durchführung des hydraulischen Abgleichs (Einstellung aller Heizkörper-Thermostatventile)
  • Befüllung des Systems mit Wasser und Entlüftung

Tag 4-5: Inbetriebnahme und Optimierung

  • Erstinbetriebnahme durch zertifizierten Techniker
  • Überprüfung aller Systemkomponenten
  • Einstellung der Heizkurve und Regelparameter
  • Funktionstest und Effizienzprüfung
  • Ausführliche Einweisung des Hauseigentümers
  • Dokumentation und Übergabe aller Unterlagen

Phase 5: Optimierungsphase (erste 3-6 Monate)

In den ersten Monaten nach der Installation wird das System nachjustiert. Die Wärmepumpe lernt das Gebäude kennen, und die Einstellungen werden optimiert. Ein guter Fachbetrieb führt nach 4-6 Wochen einen Kontrolltermin durch und nimmt bei Bedarf Feinjustierungen vor.

Besonderheiten verschiedener Wärmepumpen-Typen

Luft-Wasser-Wärmepumpe: Schnell und flexibel

Die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist am unkompliziertesten und schnellsten. Die reine Installationszeit beträgt 2-3 Tage. Keine Erdarbeiten oder Bohrungen erforderlich, daher besonders für Stadtlagen und kleinere Grundstücke geeignet.

Wichtig: Die Außeneinheit kann Geräusche verursachen. Achten Sie auf einen schalloptimiert aufgestellten und qualitativ hochwertigen Standort. Moderne Inverter-Wärmepumpen sind deutlich leiser als ältere Modelle.

Sole-Wasser-Wärmepumpe: Mehr Vorlaufzeit einplanen

Bei Erdwärmepumpen müssen die Erschließungsarbeiten eingeplant werden:

  • Erdkollektoren: Verlegung dauert 1-2 Tage, benötigt aber große Freifläche (1,5-2x Wohnfläche). Diese darf später nicht überbaut oder tief bepflanzt werden.
  • Erdsonden: Bohrung bis 100m Tiefe dauert 1-2 Tage pro Sonde. Genehmigung erforderlich (4-8 Wochen Bearbeitungszeit). Platzsparend und sehr effizient.

Die eigentliche Wärmepumpen-Installation dauert dann noch 2-3 Tage. Gesamtdauer inkl. Erschließung: 1-2 Wochen.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe: Höchster Aufwand

Wasser-Wasser-Wärmepumpen erfordern zwei Brunnenbohrungen (Förder- und Schluckbrunnen). Die Bohrtiefe richtet sich nach dem Grundwasserspiegel (meist 10-20m). Bohrarbeiten dauern 2-3 Tage, die Wärmepumpen-Installation weitere 3-4 Tage.

Voraussetzungen: Ausreichende Grundwassermenge und -qualität, wasserrechtliche Genehmigung. Trotz des höheren Aufwands lohnt sich das System durch höchste Effizienz und niedrigste Betriebskosten.

Häufige Herausforderungen und Lösungen

Unzureichende Dimensionierung der Heizkörper

Problem: Alte Heizkörper sind oft für hohe Vorlauftemperaturen (70°C) ausgelegt. Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei 35-45°C.

Lösung: Hydraulischer Abgleich optimiert das System. In vielen Fällen reicht es, die Heizkörper länger laufen zu lassen (kontinuierlicher Betrieb statt Intervall). Bei Bedarf können einzelne Heizkörper vergrößert oder durch Flächenheizungen ergänzt werden.

Unzureichender Schallschutz

Problem: Die Außeneinheit kann Nachbarn stören, besonders nachts.

Lösung: Optimale Standortwahl (min. 3m zur Grundstücksgrenze), Schallschutzgehäuse, Nachtabsenkung der Leistung. Hochwertige Inverter-Wärmepumpen haben Schallleistungspegel unter 50 dB(A) und sind kaum hörbar.

Falsche Steuerungseinstellungen

Problem: Zu hohe Vorlauftemperaturen oder falsche Heizkurve führen zu hohen Stromkosten.

Lösung: Professionelle Inbetriebnahme und Nachjustierung nach ersten Wochen. Moderne Wärmepumpen lernen durch intelligente Regelung selbst und optimieren sich kontinuierlich.

Was Sie als Hausbesitzer beachten sollten

Auswahl des richtigen Fachbetriebs

Die Qualität der Installation entscheidet maßgeblich über die Effizienz und Langlebigkeit Ihrer Wärmepumpe. Achten Sie auf:

  • Zertifizierung für Wärmepumpen-Installation
  • Referenzen und Erfahrung (mindestens 50 Installationen pro Jahr)
  • Umfassende Beratung mit Heizlastberechnung
  • Transparente Kostenaufstellung
  • Unterstützung bei Förderantrag
  • Wartungs- und Serviceverträge

Zeitplanung und Projektmanagement

Planen Sie für das Gesamtprojekt von der ersten Beratung bis zur fertigen Installation realistisch 3-5 Monate ein:

  • Planung und Angebotserstellung: 2-4 Wochen
  • Förderantrag und Bewilligung: 4-8 Wochen
  • Bestellung und Lieferzeit: 2-6 Wochen
  • Installation: 1-2 Wochen

Beginnen Sie rechtzeitig mit der Planung, idealerweise im Frühjahr für eine Installation im Sommer/Herbst. So vermeiden Sie Engpässe in der Heizperiode.

Fazit: Professionelle Installation ist der Schlüssel zum Erfolg

Die Installation einer Wärmepumpe ist ein komplexer Vorgang, der Fachwissen und Erfahrung erfordert. Mit dem richtigen Partner an Ihrer Seite läuft der Prozess reibungslos ab.

EcoConstruct koordiniert für Sie den gesamten Ablauf: von der ersten Beratung über die Förderantragstellung bis zur Installation durch zertifizierte Partnerbetriebe in ganz Deutschland. So können Sie sich entspannt zurücklehnen und sich auf Ihre neue, effiziente Heizung freuen.